Avalarten

Avalarten

Anzahlungsbürgschaft (Vorauszahlung, Abschlagszahlung)

Im Projektgeschäft kommt es nicht selten vor, dass für die Durchführung eines Projektes der Auftragnehmer umfangreiche Vorleistungen (Planungsleistungen, Vorfertigung von Elementen etc.) erbracht werden müssen. Zur Finanzierung dieser Vorleistungen erhält der Auftragnehmer eine Anzahlung, die durch ein Anzahlungsaval gesichert wird. Die Verrechnung erfolgt mit später werdenden Abschlagszahlungen, die das Anzahlungsaval zur Erledigung bringen.

Gewährleistungsbürgschaft

Bei Werk-/ Werklieferungsverträgen schuldet der Auftragnehmer neben der mängelfreien Erstellung des Werkes eine Gewährleistung.

Der Bürge übernimmt es für den Fall, dass der Auftragnehmer seine Gewährleistungsverpflichtung im Zeitablauf nicht mehr erfüllen kann oder erfüllen will, das Gewährleistungsversprechen im Rahmen der Regelungen der Bürgschaft in Geld zu erfüllen.

Vertragserfüllungsbürgschaft

Sie dient bei Werk- und Werklieferungsverträgen als Sicherheit dafür, dass der Auftragnehmer die vereinbarte Leistung / Lieferung vereinbarungsgemäß erbringt.

Mietbürgschaft (bei gewerblichen Mietverhältnissen)

Sie dient als Sicherheit dafür, dass der Mieter gegenüber dem Vermieter seine Verpflichtungen aus dem Mietvertrag, insbesondere die Pflicht zur Mietzahlung, erfüllt.

Bietungsbürgschaft

Sie ist Voraussetzung dafür, dass ein Gebot bei einer Ausschreibung zugelassen wird. Sie soll sicherstellen, dass der Bieter   eine ggf. anfallende Vertragsstrafe zahlt oder einen beim Ausschreibenden entstehenden Schaden ersetzt, wenn er den Vertrag nach Zuschlagerteilung nicht erfüllt. Insbesondere bei großen Projekten im Ausland wird diese Form des Avals gerne eingesetzt.

Bauhandwerkersicherung

Nach § 648a (1) BGB kann der Auftragnehmer vom Besteller eines Bauwerkes eine Sicherheit für die vereinbarte und noch nicht bezahlte Vergütung verlangen.

Bauträgerbürgschaft

Sie dient dazu, das Risiko des Käufers einer Immobilie von einem Bauträger bei Vorauszahlung des Kaufpreises abzusichern. Rechtsgrundlage ist die Makler- und Bauträgerverordnung.

Prozessbürgschaft

Sie dient der Abwendung oder Ermöglichung einer Zwangsvollstreckung im Falle eines Rechtsstreites. Rechtsgrundlage ist die ZPO.

Rückbauaval (z. B. Anlagen renewable energies)

Die Bürgschaft dient dazu, eine Sicherheit nach „Erledigung“ eines Projektes für den Rückbau der Anlage oder die Rekultivierung zu stellen. Bürgschaftsnehmer ist die Genehmigungsbehörde.

Zollbürgschaft

Sie dient dazu, die Verpflichtung zur Zahlung von Zöllen sicherzustellen.

Sicherheitsleistungen in Form einer Bürgschaft, soweit diese für die Tätigkeit des Unternehmens nach den verschiedenen Gesetzen gefordert werden (z. B. § 7 Elektronikgerätegesetz)

Sie dienen dazu sicherzustellen, dass ein Unternehmen Verpflichtungen nach bestimmten Gesetzen erfüllt. Sicherungsnehmer ist auch hier die jeweils zuständige Behörde.

Garantien im Auslandsgeschäft

Sie haben vielfach die gleichen Zwecke, wie bereits oben dargestellt. Hinzu kommen Verpflichtungen aus reinen Lieferverträgen (Kaufverträgen). Alternativ erfolgt die Absicherung durch die Eröffnung von Akkreditiven.

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